Alter Schwede – Germany 0 Points

Begonnen hatte alles noch mit einer Farce, als der kleine mit der großen Macke den Sieg nicht annehmen wollte, und mit Ansage der staunenden Menge und runter gelassenen Hose, ins Gesicht sprang. Genau hier entstand das Bild oben, mit dem vielleicht einzigen echten Gesichtsausdruck unserer Ann Sophie und wurde Leitsymbol für den gesamten Eurovision Song Contest 2015 kurz ESC.
Wenn schon verlieren, dann doch bitte richtig und mit Anstand.

Doch alles von Anfang.
Eröffnet wurde dieses Jahr, wie leider jedes Jahr, von der gähnend langweiligen und peinlichen Liveübertragung dem WarmUp auf der Hamburger Reeperbahn.
Diejenigen unter uns, die den ersten Schockauftritt überstanden hatten, nämlich in Person der omnipräsenten Barbara Schöneberger, in einem Kleid was man am besten als Ganzkörperstützstrumpf mit Flügeln bezeichnen konnte, durften sich dann noch die immer gleichen Interviews diverser Strahle-Promis antun.

Dann ging es nach Wien und die Ösis konnten endlich mal zeigen, dass auch sie GrandPrix können. Die gute Nachricht zu Beginn, kein Holland und kein Ralph Siegel würden die Veranstaltung stören.
Eine fliegende Wurst kommt galant von der Decke und los gings.
Leider war in den letzten Jahren mehr Lametta und mehr Windmaschine dafür durften wir auf Peitschenladys in SM-Pseudokostümen gänzlich verzichten. Wie immer gab es mit England die gewohnten Totalausfälle und mehr oder minder unbegabte Sängerinnen und Sänger, die sich ganz offensichtlich ihre Startnummer bei einem rolligen Produzenten erschlafen haben müssen. Am Ende gewinnt Schweden mit einem doch erträglichen Song und einer soliden Show.

Deutschland greift mit ihrer Ann Sophie gänzlich ins Klo und ergattert 0 Punkte, zusammen mit den Ösis, die aber zwischenzeitlich zugekifft bis unter die Hutschnur, gänzlich schmerzbefreit waren.

Zu diesem Zeitpunkt hätte man mit Stolz sagen können, sauberer Totalausfall, nicht einmal beschämende Trostpunkte die eh niemand will.
Aber nein, es begann die Diskussion um die ach so tolle Ann Sophie und woran es verflucht gelegen haben kann, dass wir dermaßen durch die europäische Geschmacksgrenze fallen konnten.
Mich hat diese offen zur Schau getragene Verwunderung doch verwundert – was wollte man erwarten, wenn man eine Sängerin schickt mit dem Charisma eines rumänischen Plastikspielzeugs?
Die personifizierte Glattheit eines Unsympaten – mehr war es nicht.
Und der Song, einmal gehört, und schon den Wunsch ihn kein zweites Mal hören zu müssen.
Doch bereits einen Tag nach dem Auftritt, kam nicht der erhoffte Schlag in die Fresse sondern die wirklich peinlichen Versuche der Schönrednerei. 
In der Bildzeitung war zu lesen, dass eigentlich statt Rang 27, also letzter, doch der 24. hätte drin sein müssen. Und die Verantwortlichen verkauften uns die extrem abgehobene Story, dass es am Bewertungssystem liegen muss weil nur die Besten 10 überhaupt Punkte erhalten und wenn man überall auf Platz 11 liegt, gibts halt keine Punkte.
Bumms da musste man erstmal überlegen…

Irgendwie erinnerte mich das an meine Schulzeit, als ich einmal versuchte vor meinem Vater eine 6 zu rechtfertigen und ich sagte, wenn nicht diese 4 Idioten eine 1 geschrieben hätten und 10 weitere eine 2, hätte ich vom Notendurchschnitt eigentlich eine 4 bekommen müssen.

Tja was soll ich sagen, das hat schon damals nicht so recht gezogen und meinem Vater wollte das einfach nicht einleuchten.
Umso schöner bleibt zu bemerken was dem TV-Publikum doch zugemutet wird. Nicht nur die Qualität die man ihm vorsetzt, nein nun auch die Form wie man selbst den größten Mist noch schön redet.

Danke dafür – Germany 0 Points!

 

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