Die Berater Gesellschaft

 

Es gibt eine Sache, die mich unsäglich auf die Palme bringt und das sind Berater. Unglücklicherweise lebe ich in einem Land, dass Berater aller Art liebt, pflegt und umsorgt. Egal welche Entscheidung ansteht, ohne Berater geht da nix.
Und ich meine sie alle, unsere Finanzberater, pädagogischen Berater, und vor allem Vermögens- und Unternehmensberater.
Meist zuckeln sie selber gerade so am Existenzminimum herum oder sind nur schwer in der Lage ihren eigenen laden auf Vordermann zu bringen.
Diese Unternehmensberater kommen mir vor, wie Eunuchen die zwar 100 Liebesstellungen kennen aber kein einziges Mädchen geküsst haben.
Besonders in Stadtverwaltungen und Gemeinden geben sich Berater die Klinke in die Hand. Berater die sich Gedanken darüber machen wie man eine Bug belebt oder wie man den Einwohnern klar macht dass es schön bei uns ist. Letztendlich sind alle Versuche nur Theorie und etwas zu tun was wirklich sinnvoll ist, ist meist nicht ihr Ding.
In meinem Team gab es eine schöne Redensart, die Rede vom toten Pferd.
So bezeichnen wir Geschäfte oder Konzepte die einfach ihre Verfallszeit überschritten haben. Wenn ein Pferd tot ist, sollte man es nicht versuchen zu reiten. Punkt aus!
Doch wie gut dass es Berater gibt und ich stelle mir vor, wirklich ein totes Pferd zu haben und zu beobachten wie die sagenhafte Maschinerie eines Beraters anläuft:
(Anspielungen auf reale und tatsächliche Gegebenheiten sind gewollt)

 

•Wir erklären: „kein Pferd kann so tot sein, dass man es nicht noch schlagen könnte.“
•Wir erhöhen die Qualitätsstandards für das Reiten auf toten Pferden.
•Wir führen ein Jahresgespräch mit dem Pferd und erhöhen seine Leistungsanforderungen.
•Wir wechseln den Reiter.
•Wir kaufen Leute von außerhalb ein, um das tote Pferd zu reiten.
•Wir strukturieren um, damit ein anderer Bereich das tote Pferd bekommt.
•Wir kaufen etwas zu, was das tote Pferd schneller laufen lässt.
•Wir gründen einen Arbeitskreis, um das Pferd zu analysieren.
•Wir suchen Berater, die uns bestätigen, dass das Pferd noch nicht ganz tot ist.
•Wir bringen das tote Pferd unter einem zugkräftigen Namen an die Börse.
•Wir schieben eine Trainingseinheit ein, um besser reiten zu lernen.
•Wir besuchen andere Orte, um zu sehen, wie man dort tote Pferde reitet.
•Wir spannen mehrere tote Pferde zusammen, um ihre Teamfähigkeit zu erhöhen.
•Wir richten eine unabhängige Kostenstelle für tote Pferde ein.
•Wir bilden einen Qualitätszirkel, um eine Verwendung für tote Pferde zu finden.
•Wir stellen Vergleiche zwischen unterschiedlich toten Pferden an.
•Wir ändern die Kriterien, die besagen, ab wann ein Pferd tot ist.
•Wir veranlassen eine Gegenstudie, die die Lebendigkeit des Pferdes nachweist.
•Wir erstellen eine tolle Power Point Präsentation darüber, was das Pferd könnte, wenn es noch lebte.
•Wir erklären, dass unser Pferd „besser, schneller und billiger“ tot ist.
•Wir stellen fest, dass die anderen auch tote Pferde reiten und erklären dies zum Normalzustand
•Wir behaupten: “Wir sind schon immer tote Pferde geritten.“

 

Gewidmet all den großen und kleinen Gemeinden und Städte, die sich ohne Berater niemals trauen würden ein totes Pferd zu reiten!

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